Gelungenes, barrierefreies Baddesign

Ein Interview mit Paralympics-Gewinnerin Anna Schaffelhuber

Barrierefreiheit im Bad ist ein Thema, mit dem sich früher oder später jeder auseinandersetzen muss. Denn wenn man auch bei eingeschränkter Mobilität das Bad bequem nutzen möchte, braucht man eine Badeinrichtung, die Speziallösungen bietet: unterfahrbare Waschtische, vor denen man sitzen kann, bodengleiche Duschlösungen mit schwellenlosem Einstieg und WCs mit besonderen Abmessungen und Haltegriffen. Am Markt gibt es derzeit eine ganze Reihe von Programmen, die diese Anforderungen erfüllen. Aber wie sieht es dabei mit der Ästhetik aus? Ist es möglich, Komfort und Design miteinander zu kombinieren und Barrierefreiheit modern und ansprechend zu gestalten? Villeroy & Boch zeigt mit der aktuellen Kollektion O.novo Vita, dass reine Funktionslösungen mit typischen barrierefreien Merkmalen überholt sind. Die fünffache Goldmedaillen-Gewinnerin der Paralympics in Sotschi 2014, Anna Schaffelhuber, ist die Botschafterin für O.novo Vita. Die 21-jährige, die von Geburt an auf den Rollstuhl angewiesen ist, hat sich schon früh für Sport und besonders für das Skifahren begeistert. In ihrer bisherigen Karriere konnte sie zahlreiche Siege, Titel und Auszeichnungen erringen. Außerdem engagiert sie sich im Bereich Barrierefreiheit und Inklusion.
 

Frau Schaffelhuber, was ist für Sie das Besondere an O.novo Vita?
 

O.novo Vita ist für mich die gelungene Verbindung zwischen Funktionalität und ansprechendem Design.
 

Ist das heute nicht selbstverständlich?
 

Nein, leider ganz und gar nicht. Über die Normen, die barrierefreie Produkte erfüllen müssen, wird leider oft das Design vergessen. Aber mich als Nutzerin interessieren die Normen gar nicht so sehr. Die Normen und Vorgaben sind natürlich für Planer und Architekten relevant, aber ich als tägliche Nutzerin möchte eine tolle Gestaltung und praktische Features, die mir größtmöglichen Komfort und Bewegungsfreiheit bieten. Ich muss mich im Bad wohlfühlen können.
 

Und O.novo Vita macht beides möglich?
 

Ja. Die Kollektion erfüllt natürlich die vorgeschriebenen Normen, aber darüber hinaus funktionieren die Produkte in der Praxis und sehen dazu mit ihrem zeitgemäßen Design auch noch richtig gut aus.
 

Welche Features finden Sie besonders gut?
 

Die frontal positionierten Haltegriffe zum Heranziehen des Rollstuhls an den Waschtisch sind für mich sehr komfortabel. Und auch das erhöhte WC, das mit einem Deckel mit Griffrand ausgestattet ist, bietet mehr Nutzungskomfort. Man merkt bei O.novo Vita einfach, dass die Serie zusammen mit Anwendern und nicht nur von Theoretikern entwickelt wurde.
 

Warum scheuen sich immer noch viele Menschen, ihr Bad barrierefrei zu gestalten?
 

Für mich als Rollstuhlfahrerin stellt sich diese Frage gar nicht, Barrierefreiheit ist für mich selbstverständlich. Aber auch für jeden anderen kann das Thema relevant werden, durch einen Unfall zum Beispiel oder im Alter. Und wenn man sein Bad von Anfang an barrierefrei plant, bedeutet das nicht mal unbedingt Zusatzkosten. Allerdings widersprechen im privaten Bereich die Normen oft dem Anspruch an Komfort. Hier ist meiner Meinung nach ein Perspektivwechsel bei Architekten & Designer
notwendig, hin zu den Bedürfnissen von Behinderten. Am besten würde man damit schon im Studium einsetzen.

Als aktive Wettkampfsportlerin sind Sie viel unterwegs. Welche Erfahrungen haben Sie in Sachen Barrierefreiheit in Hotels gemacht?
 

In Hotels gibt es leider häufig Probleme. Das fängt mit der Größe der Zimmer an und geht bis hin zu kleinen Dingen wie die Höhe des Spiegels, der Duscharmatur, der Handbrause oder des Föns. Und selbst barrierefreie Gestaltungen werden oftmals nicht konsequent durchgezogen, da gibt es noch sehr viel zu tun.
 

Und in öffentlichen Bereichen?
 

Das ist von Region zu Region verschieden. Die Länder treiben die Entwicklungen und Ausstattungen im Bereich Barrierefrei unterschiedlich voran.
 

Warum eine Kooperation mit Villeroy & Boch?
 

Ich sehe mich als Botschafterin für das Thema Barrierefreiheit und möchte es gern stärker ins Bewusstsein vieler Menschen rücken. Ich versuche mitzuhelfen, Entwicklungen in diesem Bereich voranzutreiben. Die Kooperation mit der Marke Villeroy & Boch passt da sehr gut dazu, vor allem, weil mich O.novo Vita mit seinem Design und seinen Funktionen sofort überzeugt hat. Ich assoziiere die Marke mit Premium und Tradition, aber auch mit Innovation und Design.
 

Wie wird Ihre Zusammenarbeit mit Villeroy & Boch aussehen?
 

Im Sommer 2014 haben wir ein Fotoshooting für die O.novo Vita-Kollektion bei Villeroy & Boch in Mettlach gemacht. Ich stehe im Austausch mit dem verantwortlichen Produktmanagement-Team und werde darüber hinaus Villeroy & Boch als Referentin bei Zielgruppen-Workshops, beispielsweise mit Architekten und Planern, unterstützen.