FINION INSIGHTS
Interview mit Patrick Frey

Der Designer Patrick Frey über die Kunst, mit der die Kraft und die Frische der ersten Idee in das fertige Produkt gelangt und wie sein Design bei der Kollektion Finion die Qualitäten von Holz in die Keramik vereint.
Inspiration setzt Neugierde voraus
Inspiration fliegt einem nicht zu. Die Grundvoraussetzung ist Neugierde, Details und Zusammenhänge zu erkennen. Die Orte, um Inspirationen zu finden, sind vielfältig und oftmals auch ungewöhnlich. Natürlich können solche Orte auch Ausstellungen, Konzerte und Messen sein. Oder sie kommen einfach im Dialog mit anderen Menschen.
Kreativität braucht Investitionen
Ein kreativer Prozess ist nie stringent, sondern ein Wechselspiel aus Phasen, in denen die Ideen fließen oder auch zäh sind.
Es bedeutet viel Disziplin und Arbeit, aus dieser Kreativität eine gute eigene Idee für eine Designaufgabe zu entwickeln und diese in das fertige Produkt zu bringen. Viel zu oft verliert ein Entwurf im Laufe der Umsetzung die Kraft und die Frische der ersten Skizze. Bei Finion erkenne ich zum Beispiel viele dieser ersten Ideen wieder.
Präzision der Keramik
Sorgfalt und Komplexität der Produktion haben mich wirklich beeindruckt - etwa die aufwändige Herstellung der Formen oder das kontrollierte Schrumpfen der Keramiken während des Brennvorgangs. All das muss man natürlich schon bei der Designentwicklung berücksichtigen.
Mit dem Material arbeiten
Eine überzeugende Kollektion kann nur über ein tiefes Verständnis für die besonderen Qualitäten der Keramik entstehen. Meine Design-Idee ruht auf dem Anspruch, im Sinne des Materials zu entwerfen, also mit dem Potenzial des Werkstoffes Keramik zu arbeiten. Bei Finion geht dieser Ansatz sogar ein Stück weiter, da die Härte der Keramik mit der Wärme des Holzes verschmelzen sollte.
„Erfahrung“
Schnell hat mich dieser mystische Glanz und die Präzision dieser Oberflächen fasziniert. Ich musste erst lernen, dass durch das Schwinden während des Brennvorgangs aus einer geraden Kante eine Kurve wird. Umgekehrt ist es also ungleich aufwändiger, einen exakten rechten Winkel oder eine gerade Kante bei der gebrannten Keramik zu erhalten. Dazu braucht es viel Erfahrung.
Wärme der Keramik
Von Haus aus bin ich eher Möbeldesigner und arbeite mit wärmeren, weicheren Materialien wie Holz, Leder und Stoff. Keramik ist hingegen sehr hart und glatt und wirkt schnell kühl – mir geht es darum, die warme, weiche Seite der Keramik herauszuarbeiten. Die besondere Herausforderung bestand also darin, auch mit Keramik Wohnlichkeit und ein Gefühl von Weichheit und Wärme zu erzeugen.
Finion fließt
Als Möbeldesigner war die Arbeit mit der „kalten Keramik“ eine inspirierende Erfahrung, die mich bei der Entwicklung der Kollektion motiviert hat. Wichtig war mir die Wärme des Holzes mit der Haptik der Keramik zu verbinden. Gerade das Material TitanCeram mit seiner schlanken Dimensionierung spielt eine entscheidende Rolle bei dieser Kollektion. Nur so waren diese präzisen und gleichzeitig fließenden Entwürfe für Finion möglich.
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