Beauty and Taste

Sundukovy Sisters

Die Moskauer Gründerinnen des vielfach ausgezeichneten Sundukovy Sisters Studio Irina und Olga Sundukovy über ihr „Wellbeing-Geheimnis“ und warum sie zum perfekten „Wohlfühl-Cocktail“ eigentlich eine Bar in einem Bad entwerfen wollen.

Als junges Büro habt ihr bereits vielbeachtete Projekte auf der ganzen Welt realisiert. Was ist das Geheimnis hinter Eurem Erfolg?

 

Wir richten unser Design konsequent nach den Bedürfnissen der Gäste und damit erst in zweiter Linie der unserer Clienten aus. Ziel ist ein „zu-Hause-Gefühl“ bei den Gästen zu ermöglichen. Wir nennen das „Building Neighbourhood“. Im nächsten Schritt verbinden wir unseren Entwurf und das Design mit der Schönheit des Ortes. Aus dieser Einheit von Raum und Idee entwickelt sich ein Gefühl des Wohlfühlens. Und ein Gast, der sich wohl fühlt, ist ganz im Sinne unseres Clienten. Manchmal zeigt sich dieser Zusammenhang nicht gleich zu Beginn (des Entwurfsprozess) sagen sie und lächeln.

Im Vortrag sprecht Ihr darüber, wie Megatrends Eure Entwürfe beeinflussen. Wie können wir uns das vorstellen?

 

Nehmen wir etwa die Sehnsucht des Menschen, Teil einer Gemeinschaft, oder wie wir das heute nennen, Mitglied in einer Community zu sein. Darauf reagieren wir indem unsere Empfangsbereiche und Lobby Orte der Begegnung sind. Ganz im Sinne der Sharing Society teilen die Menschen den Raum und seine Funktionen und erleben dabei das Gefühl von Gemeinschaft. Durch multifunktionale Interiors erhöhen wir zudem die Variabilität dieser Räume. So wird aus einer Bibliothek eine Bühne, etwa für ein Kammerkonzert, oder ein Restaurant verwandelt sich für eine Lesung in eine Bibliothek.

Oft spielt die Bar eine zentrale Rolle in Euren Hotels. Wodurch wird sie zu einem solch besonderen Ort.

 

Ja, wir lieben Bars (sagen beide und strahlen). Hier treffen Menschen im besten Sinne des Wortes aufeinander. Egal ob Sie sich vorher kannten, verabredet sind, oder erst gerade ins Gespräch gekommen sind. Die Bar ist ein Ort, an dem sich Menschen wohlfühlen können, wo sie „Zusammensein“ in einer besonderen Atmosphäre genießen können, bei der dann sogar die Rolle des Barkeepers vom Dienstleister zum Gastgeber wechselt.

Neben dem Menschen als sozialem Wesen gibt es auch den privaten Gast, der sich zurückziehen möchte, der Ruhe und Erholung sucht. Welche Rolle spielt das bei Euren Entwürfen?

 

Der Tagesablauf eines Menschen besteht ja aus unterschiedlichen Phasen. Speziell das Zimmer des Gastes sehen wir als Ort des Rückzuges, welches ihm ein Gefühl von Luxus und Großzügigkeit vermitteln soll. Hier wollen wir einen offenen Raum kreieren und verweben im Sinne des Open Space den Schlafbereich mit dem Bad. In diesem Raum für den ganz persönlichen Luxus entsteht beim Gast das ganz besondere „Wellbeing-Feeling“. Aus einem positiven Egoismus heraus denkt der Menschen dann an sich selbst, nimmt etwa ein ausgiebiges Bad und entspannt.

Das Bad also als ganz private Wellbeing-Zone. Wo fühlt Ihr Euch wohl?

 

An einem Ort wo wir „mit“ uns sind. So schön das inspirierende Leben in der Welt des Designs ist, so wunderbar fühlt sich ein ruhiger Augenblick bei einem entspannten Bad an. Wichtig ist einfach, dass unsere Umgebung Schönheit und Geschmack ausstrahlt.